Ratsfraktion20.05.2010

Grüne besuchen Musikschule

Der städtischen Musikschule galt ein Besuch der grünen Ratsfraktion, wobei wegen Terminverdoppelungen nicht die übliche Teilnehmerzahl von „Außenterminen“ erreicht werden konnte.

Musikschulleiter Paul Breidenstein führte die grünen Kommunalpolitiker zunächst um und durch das Haus an der Gartenstraße: Zuerst durch das Außengelände mit seinem einmaligen Baumbestand und seinem wunderschönen Park und dann durch die Unterrichtsräume mit Kurzvisiten bei unterrichtenden Lehrkräften und gerade anwesenden Schülerinnen und Schülern.

Das anschließende Gespräch thematisierte eine Vielzahl von strukturellen Gegebenheiten. Elke Olbrich-Tripp, grüne Fraktionsvorsitzende im Rat, hatte ein Themenbündel dabei, das sich um die Möglichkeiten, wie sich die Musikschule in die allgemeinbildenden Schulen, insbesondere in den Offenen Ganztag einbringen kann. Dabei wurde deutlich, dass hier eine Entwicklung noch am Anfang steht und dass noch viel zu tun ist, um den von den Grünen immer geforderte Qualitätsfaktor auch in der OGS zu realisieren.

Es gibt durchaus Musikschulen, in denen bereits Kooperationen bestehen und die grünen Gäste ließen keinen Zweifel daran, dass gerade eine Anpassung einer öffentlichen Bildungseinrichtung wie der Musikschule an die gesellschaftlichen Gegebenheiten, gerade im musischen Bereich neue Chancen bietet. Voraussetzung ist allerdings, wie auch in vielen anderen Bereichen, neben der grundsätzlichen Bereitschaft der Lehrkräfte eine ständige Fortbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens auch (und gerade) für Lehrerinnen und Lehrer.

Hartmut Tripp, grüner Vertreter im Kulturausschuss und selbst in seiner aktiven Berufszeit pädagogisch an einer Musikschule tätig, interessierte sich für das Innenleben der Iserlohner Musikschule in der Weise, ob und in wieweit Gruppenunterricht erteilt wird. Dies ist dann auch neben den finanziellen Aspekten ein durchaus fortschrittliches und pädagogisch sinnvolles und effektives Unterrichtsmodell, hier insbesondere im Anfängerbereich und in Kombinantionsmodellen mit dem Ensemblespiel. Hier, so Breidenstein, sei die Musikschule durchaus auf einem guten Weg.

Ein weiteres von Elke Olbrich-Tripp angesprochener Bereich war das Feld der Musiktherapie, wohl auch hinsichtlich von Kindern mit Förderbedarf. Auch hier gibt es bereits gute Modelle, die jedoch zur Zeit noch damit stehen und fallen, wie sehr sich Musikpädagogen für diesen Bereich öffnen, denn – das ist für die Grünen, die sich in einer ständigem Informationssuche befinden, einigermaßen klar – hier ist die Ausbildung der Musiklehrer in Deutschland in Gänze gefragt und nach Erkenntnis der Grünen im Argen liegend.

Der in offener Weise und großer Sachlichkeit geführte Gedankenaustausch brachte die Erkenntnis, dass sich beide Seiten, zwar mit unterschiedlichen Positionen gegenüber saßen (hier das Funktionieren einer Musikschule, dort die Politik mit dem Anspruch, gesellschaftliche Bedingungen zu verbessern), dass aber auch für die Zukunft noch viel Gesprächsbedarf ist.